Die USA sind ein gespaltenes Land, ein Land der Widersprüche, der Gegensätze. Dinge, die sich auf den ersten Blick scheinbar ausschließen, befinden sich hier in direkter Nachbarschaft.
Wie beispielsweise hier in Williamsport, einer 30 000- Einwohner- Stadt in Pennsylvania: Manchmal trennt nur eine Straße die „guten“ Gegenden von denen mit Drogenproblemen. Um es auf den Punkt zu bringen: „Good side – bad side“ wie Brett’s Mutter es mir erklärt hat. Ein anderes Beispiel: Die – unter anderem politische- Spaltung des Landes zeigt sich auch hierin, dass auch miteinander befreundete Menschen mitunter völlig gegensätzliche politische Ansichten vertreten: So stimmt beispielsweise Bretts Familie nicht komplett mit Trump überein, ein Bekannter der Familie dagegen ist ein erklärter Trump- Fan.
Wie kommt es dazu?
Für einen möglichen Erklärungsversuch möchte ich ein weiteres Mal Bretts Mutter zitieren: „Das Problem mit Obamacare ist, dass es sehr viel kostet. Die sehr Reichen und die sehr Armen haben eine sehr gute Krankenversicherung, die Reichen, weil sie viel Geld haben, und die Armen, weil sie ihre Krankenversicherung vom Staat bezahlt bekommen. Aber wir in der arbeitenden Mittelschicht scheinen für alle zahlen zu müssen. Unter anderem deswegen hat sich bei vielen eine gewisse Frustration angestaut. Und so sind dann viele dazu gekommen, für Trump zu stimmen.“
Diese Frustration kommt vor allem daher, dass durch das Verhalten vieler Politiker in Washington DC und auch einiger Präsidenten, bei vielen der Eindruck entstanden ist, dass es ihnen nur um Macht und Machterhalt geht, anstatt um die Interessen der Menschen. Vor allem Hillary Clinton kommt in diesem Zusammenhang sehr schlecht weg. Was ihr die Menschen am meisten übel nehmen, ist die E-Mail-Affäre. Aber auch die restlichen Präsidentschaftsbewerber von 2016 sind nicht gerade hoch angesehen: Bernie Sanders (Demokraten) etwa wird von vielen als Sozialist gesehen, und Ted Cruz (Republikaner) steht für Brett’s Familie auf einer Stufe mit Donald Trump. Man könnte es etwa so ausdrücken: Gutes Personal ist schwer zu kriegen, und schlechtes Personal ist sehr schwer loszuwerden.
-English-
The USA is a very split country, a country of contradictions, of contrasts. Things which are seemingly mutually exclusive, are here situated just next to each other.
For example, here in Williamsport, a city of 30,000 inhabitants in Pennsylvania, sometimes, the „good“ areas are only separated by one street from the „bad“ areas. Another example is that people who are friends, from time to time, support totally opposite political positions. So, for example, Brett’s family doesn’t completely agree with Trump, a acquaintance of the family in comparison is a declared Trump fan.
How is that possible?
For a possible interpretative attempt, I want to quote Brett’s mother again: „The problem with Obamacare is: It doesn’t really work and it’s costly. The very rich and the very poor have very good health insurance. The rich because they have a lot of money, and the poor because the government pays their health insurance. But we in the working middle class seem to be paying for everyone. This is just one of the reasons people are frustrated.“
This frustration comes primarily from the impression that many people have, that the politicians in Washington DC just care about their power and about keeping it, and not about the interests of people. Above all, Hillary Clinton has a very bad image. What the people mostly take offense to, is that career politicians need not follow any rules, e.g. Hillary Clinton’s E-Mail affair. The other 2016 presidential candidates are also not highly estimated: Bernie Sanders (Democrats) is seen by many as a Socialist, and Ted Cruz (Republicans) is seen by Brett’s family on the same level as Trump.
You could it say like this: It’s difficult to get good leadership, and it’s pretty difficult to get rid of bad leadership.
